Ihren Körper besser kennenlernen: Das Harnsystem
Zum Harnsystem gehören die Nieren, zwei dünne muskuläre Röhren (Harnleiter), die Harnblase und die Harnröhre. Lernen Sie nachfolgend die verschiedenen Bestandteile näher kennen.
Bildquelle: National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases
Nieren
Die Nieren sind bohnenförmige, rötlich-braune Organe, die sich typischerweise hoch im Bauchraum nahe der hinteren Bauchwand auf beiden Seiten der Wirbelsäule befinden. In den Nieren liegt ein komplexes Netzwerk aus Blutgefäßen, das von der Nierenvene und Nierenarterie ausgeht. Diese Gefäße leiten das Blut in die Nieren, damit sie ihre Aufgabe erfüllen können: Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit herauszufiltern. Das gefilterte Blut fließt anschließend zurück in den Körper, während die Abfallstoffe über den Urin durch die Harnleiter zur Harnblase gelangen.
Harnleiter
Harnleiter sind schmale Röhren, die den Urin von den Nieren zur Harnblase transportieren. Muskeln in den Wänden der Harnleiter spannen sich an und entspannen sich, um den Urin von den Nieren weg in Richtung Harnblase zu befördern. Etwa alle 10–15 Sekunden gelangt eine kleine Menge Urin über die Harnleiter in die Harnblase.
Harnblase
Die Harnblase ist ein dreieckiges, hohles Organ im Unterbauch und dient als Hauptspeicher für Urin. Die Blasenwände entspannen und dehnen sich aus, um Urin zu speichern. Um den Urin über die Harnröhre zu entleeren, ziehen sie sich zusammen und flachen ab. Die typische Harnblase eines Erwachsenen kann bis zu zwei Tassen Urin für zwei bis fünf Stunden speichern. Nerven in der Blase signalisieren uns, wann es Zeit ist, zur Toilette zu gehen und die Blase zu entleeren. Bei manchen Erkrankungen erreicht dieses Signal das Gehirn nicht – erfahren Sie mehr über Erkrankungen, die diese Verbindung beeinträchtigen.
Harnröhre
Die Harnröhre ist ein Schlauch, der von der Harnblase nach außen führt und das Wasserlassen ermöglicht. Bei Männern befindet sich die Harnröhrenöffnung an der Spitze des Penis und ist leicht zu finden. Frauen empfinden das Auffinden der Harnröhre häufig als etwas schwieriger, da sie stärker verborgen ist. Bei Frauen ist die Harnröhrenöffnung eine kleine Öffnung unterhalb der Klitoris und oberhalb der Scheide. Katheteranwenderinnen können zunächst einen Standspiegel oder Handspiegel verwenden, um die Harnröhre zu finden, bevor sie den Katheter zur ISK (Einmalkatheter) einführen.
Wichtig ist, dass Sie nicht wiederholt tasten oder „herumstochern“, bis Sie die Harnröhrenöffnung finden. Dadurch könnten Bakterien in die Harnröhre gelangen und das Risiko für eine Harnwegsinfektion (HWI) erhöhen.
Da die männliche Harnröhre deutlich länger ist als die weibliche, ist ein Katheter für Männer auch entsprechend länger. Katheter in Männerlänge sind meist 30–40 cm lang, damit sie bis zum Boden der Harnblase reichen und eine vollständige Entleerung ermöglichen.
Im Durchschnitt ist die weibliche Harnröhre nur etwa 4 cm lang. Daher sind Katheter für Frauen deutlich kürzer und liegen meist bei 15–20 cm. Aufgrund der kurzen Harnröhre haben Frauen ein deutlich höheres Risiko, Harnwegsinfektionen (HWI) zu entwickeln.

Bildquelle: Urology Care Foundation
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Katheter zu klein oder zu groß ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt. Gemeinsam mit Ihrer medizinischen Fachkraft können Sie bestimmen, welche Kathetergröße (Charrière/CH) und welche Katheterlänge am besten zu Ihren individuellen Bedürfnissen passen. Dabei sollten sowohl Ihre persönlichen Vorlieben als auch Ihre Anatomie berücksichtigt werden. Erfahren Sie mehr darüber, welche Kathetergröße für Sie die richtige ist.
Ähnliche Beiträge
